Sonntag, 19. Oktober 2008

Auch Mofas sind Indikatoren

Nun sitze ich am Rechner und versuche endlich mal wieder ein paar Zeilen zu einem Zeitungstermin zu schreiben, den ich seit rund drei Monaten im Block habe. Eine wahnsinnig gute Idee übrigens, Geschichten so lange vor sich her zu schieben. Da suche ich natürlich Ausweichtätigkeiten, um die Geschichte noch ein wenig länger im inzwischen schon leicht vergilbten Block zu belassen. Und siehe da: Ein 10 Kubikmeter (gefühlt) großes, blaues Sofa, das ich vor ein paar Wochen aus meiner Wohnung verbannt habe, ziert bzw. versperrt noch immer den Treppenaufgang ins glücklicherweise unbewohnte Geschoss über mir. Das müsste doch mal weg.
Der Sperrmüll - daran erinnere ich mich - ist in meinem Stadtteil immer an einem festgelegten Tag im Monat. Doch die Stadt Münster denkt gar nicht daran, mir auf ihrer Internetpräsenz mitzuteilen, wann besonders sperrige Güter vor meiner Haustür abgeholt werden. Macht aber nichts - dafür veröffentlichen die, wann Weihnachten 2013 der Biomüll abgefahren wird. Danke. Man möge sich bei Interesse an den Sperrmüllterminen telefonisch melden. Damit will man wahrscheinlich vermeiden, den Sperrmüll-Junkies, die der Stadt wertvolle Metalle von der Straße klauen und den Rest liegen lassen, auch noch einen Dienstplan zu schreiben. Dumm nur, dass die Müll-Gangster, die in der Lage sind, im Internet nach den Terminen zu recherchieren, auch in der Lage sind, ein Telefon zu bedienen. Das Ergebnis: Einmal im Monat avanciert meine sonst so ruhige, nur in eine Richtung befahrbare Straße zu einer Hauptverkehrsachse, auf der sich eine Feinstaubmessstation lohnte (Wie oft pro Jahr darf der Maximalwert nochmal überschritten werden?) Und so wiesen mich gerade diese ungeliebten Mofas mit Anhängern, die anscheinend eine Nutzlast im Bereich der 40-Tonner haben, mit ihren ersten Erkundungstouren durchs Erphro-Viertel darauf hin, dass ich das Sofa noch heute Abend an die Straße stellen sollte. Tja - wenn die Stadt nicht gewillt ist, im Internet oder zumindest per Anrufbeantworter auf den Termin hinzuweisen, müssen das halt ein paar Zweitakt-Zwiebacksägen übernehmen. So, und jetzt wieder ab an die Arbeit. Los!

Donnerstag, 3. Juli 2008

Dunstabzugshauben am Morgen

Nach langer Durststrecke gibt's an dieser Stelle mal wieder etwas Neues. Viel hat sich getan in den vergangenen Monaten. So habe ich eine neue Wohnung im Erphro-Viertel bezogen, und sobald die letzten Teile meiner Küche hoffentlich in Kürze eingebaut sind und ein paar Kleinigkeiten in einem schwedischen Möbelhaus angeschafft wurden, wohne ich nicht nicht mehr in einer Baustelle zwischen Hängeschränken und frei im Raum stehenden Dunstabzugshauben. Das soll nicht bedeuten, dass ich Wohnelemente in Edelstahl-Optik nicht mag; es ist lediglich auf Dauer schmerzhaft, jeden zweiten Morgen gegen eine Dunstabzugshabe zu laufen, die so in der Gegen herumsteht.
Ansonsten wird viel einfach viel gearbeitet, und davon ne ganze Menge.
Also - in diesem Sinne,
der Soko

Montag, 21. Januar 2008

Mein Berlin


Erst am Samstag kam ich zurück aus dieser meiner Hauptstadt. Lang war es her, dass ich Berlin besucht hatte. Und mein Eindruck, obwohl ich nur zwei Tage dort verbracht habe, ist einfach unglaublich: Diese Stadt begeistert mich. Und das, obwohl - oder vielleicht gerade weil ich sehr viel Zeit in Musseen und Gedenkstätten verbracht habe. Besonders das Jüdische Museum und das Obergeschoss des Deutschen Museums haben es mir angetan. Habe nicht viel Zeit, Unmengen darüber zu schreiben. Nur dies sei gesagt: Berlin und seine Bewohner werden mich wohl noch sehr oft zu Gesicht bekommen.

Samstag, 5. Januar 2008

Stilvoll und dick eingemummelt

Schöne Tage liegen hinter mir - die ersten Tage des Jahres 2008. Gefeiert habe ich den Jahreswechsel äußerst konservativ, traditionell und stilvoll mit guten Freunden und interessanten Menschen; mit schwarzem Anzug (für einen Smoking oder Gehrock ei SØR reichts noch nicht) und gutem Essen an einer langen, festlich geschmückten Tafel wurde diniert, gesprochen, gefeiert, um dann von einer herrschaftlichen Treppe und mit einem Glas edlen prickelnden Getränks die Raketen bestaunt, die ein paar Freunde der Pyrotechnik in den vernebelten Nachthimmel entsandt und das neue Jahr damit begrüßt hatten.

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Tags darauf machte ich mich durch ein reichhaltiges Luxusfrühstück gestärkt auf den Weg gen Norderney - bei stockdusterer Nacht donnerte die Fähre durch die klirrend kalte Nordsee, und ich spielte als einziger Besucher an Deck Kapitän. Bis zum heutigen Samstag habe ich gemeinsam mit zwei Freunden die Inselluft genossen, stundenlange Wanderungen durch fast vereiste und sturmumkämpfte Strandabschnitte unternommen und Einkehr im für mich gemütlichsten Ort der Insel gefunden: Nachdem wir sechs Stunden eingemummelt wie ein Ninja in der Arktis den Widrigkeiten von Eiseskälte und beißendem Wind gestrotzt und gleichzeitig die damit verbundenen Annehmlichkeiten, darunter großartige Landschaftsbilder und skurrile Naturgewalten, erlebt hatten, nahm uns "Die Weiße Düne" mit warmem Kaminfeuer auf und tauchte den Abend in gemütliches, warmes Licht. Selten haben Kaffee und Hopfenkaltschalen so gut gemundet. Noch eine Stunde Fußmarsch galt es dann zu meistern, und unsrere Grundschulerfahrungen halfen uns dabei, die Zeit zu vergessen. "Ich packe meinen Koffer" lässt die Zeit verfliegen, dorgt aber auch dafür, dass einem schmerzlich vor Augen geführt wird, wie schlecht das eigene Gedächtnis geworden ist.
Einem Insider-Tipp einer Norderney-Expertin haben wir es schließlich zu verdanken, dass wir am letzten Abend auf der Insel ein schnuckliges Fischrestaurant gefunden haben, wo wir eine köstliche Fischpfanne genießen durften. Jetzt weiß ich, dass es einen Fisch namens Seewolf gibt, und dass eben dieser sehr schmackhaft ist. Das Essen war der krönende Abschluss des Tages, von dem wir einige Stunden im Entspannungsbad Thalasso verbracht haben. Sole-Dampfsauna, und verschiedene Salzwasser-Becken, darunter eines mit der Salzkonzentration des Toten Meeres, machten es uns einfach, die Seele baumeln zu lassen. Eine Empfehlung für jeden Norderney-Besuch an kalten Tagen.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Betrachtungen zum Fest

Die Weihnachtsgänse sind den Weg eines Irdischen gegangen, Hirschbraten haben viele Gaumen entzückt und Truthähne (rsp. Puten) haben mal wieder gerade so in die Backöfen der Nation gepasst: Heute Abend geht das in Deutschland mit zwei Feiertagen sehr lange andauernde Weihnachtsfest zu Ende und es ist Zeit, durchzuatmen.

Essenstechnisch ist in meiner Familie Heiligabend der Hauptkampftag; dementsprechend glücklich war ich dann auch am Morgen des Ersten Feiertages, als ich trotz schweren Magens meinen gestählten Astralkörper schnellen Schrittes über elf Kilometer um mein Heimatdorf Hoetmar bewegte – 6,8 Minuten für einen Kilometer bedeuten zwar kein meisterliches Tempo, dafür aber ein wesentlich ruhigeres Gewissen bezüglich meines Lindt-Vollmilchschokoladen-Konsums. Kein Weihnachtsmann war dieses Jahr vor mich sicher, und ich bin mal auf die Endabrechnung nach meinem Urlaub im hoffentlich menschenleeren Norderney gespannt; gemeint ist die Endabrechnung nach all den von Völlerei und Alkohol dominierten Festtagen unter Einbeziehung meiner läuferischen Tätigkeit, abzulesen an meiner Personenwaage namens Kilån. Und wenn das im Fensterchen über der Analog-Anzeige abgebildete Endergebnis die nach oben offene Richterskala sprengt, hab ich mich bei der Berechnung meines Energiebedarfs wohl um eine Dezimalstelle verrechnet.

In diesem Sinne und in der Hoffnung, dass auch Ihr Euch nach Neujahr noch gut mit Eurer Waage versteht, wünsche ich Euch, ein frohes Fest gehabt zu haben und ein gutes Jahr 2008. Gehabt Euch wohl.
Euer Sebastian

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Erste Gehversuche...

...sind oft nicht einfach. Demnach bitte ich gerade zu Beginn meiner bloggerischen Karriere um Nachsicht was die Gestaltung und das schnelle Füllen des Blogs mit Inhalten betrifft. Ich wünsche Euch viel Spaß und mehr oder weniger gute Unterhaltung in meinem Blog, der einerseits Einblicke in die Vergangenheit gewähren, Euch jedoch ebenso auf dem aktuellen Stand halten soll.